Sinn. Engagement. Freundlichkeit. Flexibilität. Anerkennung. Wertschätzung. Belastbarkeit. Dee Marques erkundet sechs Möglichkeiten, mit denen du bei deinem Job glücklich wirst und anderen helfen kannst, einen glücklichen Arbeitsplatz zu schaffen.

Der Artikel ist im Original im englischen happiness Magazin erschienen.

 
Ein Job: Wir alle brauchen einen. Aber wie viele von uns würden weiterhin gerne arbeiten gehen, wenn wir es nicht müssten? Unser Job ist der Ort, an dem wir oft ein Drittel unseres Tages verbringen! Da ist es irgendwie verständlich, dass es sich auf unser gesamtes psychologisches Wohlbefinden auswirkt, wie es uns während der Arbeitszeit geht.

Studien bestätigen, dass langfristige Unzufriedenheit am Arbeitsplatz mit Hoffnungslosigkeit, Depression, Angstzuständen, Stress und Schlafstörungen sowie mit einem höheren Risiko für Bluthochdruck, Herzkrankheiten und Verdauungsprobleme verbunden ist.
Zufriedenheit bei der Arbeit ist also ein ernstzunehmendes Ziel.

Manchmal aber müssen wir Jobs annehmen, die wir eigentlich nicht gerne machen - das berühmte "aber es zahlt die Rechnungen" - und ehrlich gesagt, beschreiben nur wenige Menschen ihre Arbeitsumgebung als einen wirklich glücklichen Arbeitsplatz. Unzufriedenheit ist tatsächlich so weit verbreitet, dass es als Luxus angesehen wird, bei der Arbeit glücklich zu sein. In den USA gibt fast die Hälfte der Belegschaft an, bei der Arbeit unglücklich zu sein, in Großbritannien ist die Zahl nahezu identisch. Ein zufriedener Arbeitsplatz ist also eher ungewöhnlich.
 

 

Wahres Glück im Job: sechs wesentliche Schritte

Was aber, wenn das Erreichen von Glück im Job Wirklichkeit werden soll? Wenn du feststellst, dass sich der Monday Blues in der Regel über deine gesamte Arbeitswoche erstreckt, lies dir unsere sechs Schritte durch. Sie helfen dir, dass du dich zu den glücklichen Menschen am Arbeitsplatz zählen kannst!
 

 

1. Sinn

Sinn ist einer der wichtigsten Faktoren, wenn es darum geht, Glück bei der Arbeit zu finden. In der Tat haben Sinn und Zweck einen hohen Stellenwert, wenn es darum geht, ein glückliches Leben zu führen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass dies auch für die Suche nach wirklichem Glück bei der Arbeit gilt.

Ein Gefühl von Sinnhaftigkeit geht außerdem mit höherer Motivation, Engagement und Produktivität einher. All dies sind positive emotionale Zustände, die zu deinem Glück und damit zu einem glücklichen Arbeitsplatz beitragen können.

Du kannst versuchen, einen Sinn in deiner Arbeit zu finden, indem du darüber nachdenkst, was deine Arbeit für Wohl der Allgemeinheit bedeutet. Wenn du in den Berufen "Helfen" oder "Retten" arbeitest - Lehrer*innen, Krankenschwestern, Ärzt*innen, Soldat*innen usw. - sollte das nicht schwierig sein, aber sinnvolle Arbeit ist nicht auf diese Art von Berufen beschränkt. Manchmal ist es nicht einfach, den Zweck deiner Arbeit herauszufinden, aber mit ein wenig Überlegung wird alles klarer. Sogar von anderen als gering eingestufte Arbeit kann einen höheren Zweck erfüllen.

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Ein sinnvoller Beruf, wie Pflegetätigkeiten, macht glücklich

Denk zum Beispiel an die Menschen, die große europäische Denkmäler wie Kathedralen und andere wichtige Gebäude erbaut haben. Ihre Arbeit war körperlich anstrengend und sie haben sie vielleicht nicht geliebt, aber sie haben etwas gebaut, das vielen Generationen ein Verständnis von Kultur, Geschichte und Freude schenkte und immer noch schenkt. Wenn du Schwierigkeiten hast, einen Sinn in deiner Arbeit zu finden, nimm dir etwas Zeit, um genauer hinzusehen.
 

"Ein Gefühl der Sinnhaftigkeit ist mit höherer Motivation, Engagement und Produktivität verbunden, was zu Glück und zu einem glücklichen Arbeitsplatz beitragen kann."

 

Das Übernehmen persönlicher Verantwortung für dein berufliches Wachstum kann dir auch dabei helfen, Sinn und Zweck zu finden. Setz dir also deine eigenen Ziele und stelle sicher, dass diese mit sinnvollen Werten im Einklang stehen. Wenn du außerdem einen Arbeitgeber findest, der deine Werte teilt, bist du auf einem guten Weg, ein/e glücklichere/r Mitarbeiter*in zu werden.
 

 

 

2. Engagement

Hast du das Gefühl, dass dein Arbeitstag von Teilnahmslosigkeit geprägt ist, du Ausreden für eine weitere Kaffeepause findest, zu spät kommst oder zu früh Schluss machst, mehr Fehler als sonst machst, eine Aufgabe beginnst und dich dann im Internet ablenkst? Kennst du das? Diese Zeichen von fehlendem Engagement und Rückzug vom Job sollten angegangen werden, da sie zu Unzufriedenheit und sogar gesundheitlichen Problemen führen können.

Eine Gallup-Umfrage von 2015 zeigte, dass das Nicht-Engagement auf der Arbeit oder das Gefühl der Distanzierung vom Arbeitsplatz zu Gesundheitsproblemen führen kann. Zum Beispiel gaben bei einem Vergleich der Beschäftigten in den Vereinigten Staaten zwischen engagierten und nicht-engagierten Mitarbeiter*innen 56 Prozent der letztgenannten Gruppe an, täglich gestresst zu sein (im Vergleich zu 36 Prozent der Engagierten). 23 Prozent der nicht-Engagierten oder unmotivierten Mitarbeiter*innen hatten mit höherer Wahrscheinlichkeit Schmerzen (im Vergleich zu 14 Prozent der Engagierten) und bei 16 Prozent wurden häufiger Depressionen diagnostiziert (im Vergleich zu neun Prozent).

Was du persönlich in so einem Fall tun kannst, ist den Grund deines nicht-Engagments zu finden. Damit erhältst du dir die Chance, bei der Arbeit glücklich zu werden. Vielleicht hast du das Gefühl, dass deine Fähigkeiten nicht in vollem Umfang genutzt werden, oder deine Aufgaben fühlen sich festgefahren an? Setz dir kurz- und mittelfristige Ziele oder neue Verantwortlichkeiten und spreche sie mit deinem Vorgesetzten oder der Personalabteilung ab. Wenn du das tust, erkläre, dass du gerne herausgefordert wirst und mehr für das Unternehmen tun möchtest. Diese Beweggründe hört jede/r Personaler*in gerne.
 

 

 

3. Freundlichkeit

Ein freundlicher Arbeitsplatz ist ein glücklicher Arbeitsplatz oder hat mehr Chancen, dies zu werden. Deine Beziehung zu Kolleg*innen ist eng mit der allgemeinen Arbeitszufriedenheit verbunden. Wenn diese Beziehung durch Feindseligkeit und Konkurrenzdenken belastet oder gekennzeichnet ist, kann das deine Emotionen beeinträchtigen und es fast unmöglich machen, bei der Arbeit ein glückliches Gefühl zu finden. Klingt logisch, wenn man bedenkt, dass ihr wahrscheinlich mindestens 40 Stunden pro Woche in engem Kontakt steht.

 

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Engagement hängt mit Zufriedenheit im Job zusammen

 

Schwierige zwischenmenschliche Beziehungen am Arbeitsplatz ist eine der häufigsten Beschwerden und eine der Hauptursachen für arbeitsbedingten Stress. Es scheint logisch, dass einige Studien ergeben haben, dass sich das Gefühl der Einsamkeit oder der Isolation bei der Arbeit negativ auf die Arbeitsleistung auswirkt.

 

Freundlichkeit ist eine einfache und schnelle Möglichkeit, ein positives Arbeitsumfeld aufzubauen. Kleine Gesten können viel bewirken. Du gehst in die Küche, um etwas zu trinken? Stell sicher, dass du deine Kolleg*innen fragst, ob sie auch etwas wollen (und wisch die Mikrowelle aus, während du dort bist, auch wenn du die Sauerei nicht gemacht hast...). Du warst im Urlaub? Bring ein paar Leckereien mit und teile sie in der Büroküche oder im Gemeinschaftsbereich. Kleine Gesten der Freundlichkeit schaffen Positivität und steigern außerdem die Produktivität.
 

„Freundlichkeit ist eine einfache und schnelle Möglichkeit, ein positives Arbeitsumfeld aufzubauen. Kleine Gesten können viel bewirken. “

 

Untersuchungen der Association of Professional Executives des Public Service of Canada (APEX) haben ergeben, dass Unhöflichkeit „tiefgreifende Auswirkungen auf das Energielevel, dem emotionalen Engagement und der Leistung von Arbeitsteams“ hat. Die Studie ergab, dass Teams, die in einem respektvollen Umfeld arbeiten:
 

  • 26 Prozent mehr Energie haben.
  • 30 Prozent eher motiviert und begeistert sind, neue Fähigkeiten zu erwerben und neuen Ideen ausgesetzt zu sein.
  • 36 Prozent mehr Zufriedenheit mit ihrer Arbeit und 44 Prozent mehr Engagement für ihre Unternehmen verspüren.

 

 

4. Flexibilität

Die Arbeitswelt wird immer flexibler. Es gibt mehr und mehr Möglichkeiten freiberuflich zu arbeiten, von zu Hause aus zu arbeiten, Jobs zu teilen und die Arbeitswoche zu verkürzen. Natürlich hat Flexi-Work Vor- und Nachteile: Zu den wichtigsten Vorteilen zählen geringere Fahrtkosten und die Freiheit, die persönlichen und familiären Bedürfnisse zu vereinbaren, während die gemeinsamen Nachteile das Erlernen des Umgangs mit Ablenkungen, der Isolation und der Einhaltung eines Zeitplans sind.

Wichtig ist jedoch, dass Flexibilität bei der Arbeit zu einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und zu einem glücklichen Arbeitsplatz beitragen kann. Tatsächlich haben Studien die Flexibilität am Arbeitsplatz mit der Effektivität des Einzelnen und des Teams, dem Abbau von Stress und einer stärkeren Bindung an den Arbeitsplatz verknüpft.

 

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Eine neue Balance finden: Flexible Arbeitszeiten nehmen zu

 

Wenn du der Meinung bist, dass mehr Freiheit und Flexibilität dir helfen könnte, ein glückliches Arbeitsumfeld zu finden, wende dich an deinen Arbeitgeber, um zu erfahren, was er von Flexi-Work hält. Immer mehr Arbeitgeber sind offen für flexible Arbeitszeiten und erkennen das Potenzial, damit glückliche und motivierte Mitarbeiter*innen zu erhalten.


Tatsächlich spielen Unternehmen seit kurzem mit dem Gedanken, viertägige Arbeitswochen einzuführen. Schließlich zeigen Versuche damit viele positive Ergebnisse. Sie zeigen, dass eine komprimierte Arbeitswoche sowohl die Produktivität als auch die Zufriedenheit der Arbeitnehmer*innen steigern kann. Pursuit Marketing in Glasgow, Schottland, stellte Ende 2016 120 Mitarbeiter*innen auf eine viertägige Woche um und behauptet, dies sei der Schlüssel für eine Produktivitätssteigerung von 30 Prozent gewesen.

Im Januar 2019 stieg außerdem der Wellcome Trust als größter britischer Arbeitgeber in den Trend ein, als er ankündigte, 800 Mitarbeiter*innen auf eine viertägige Arbeitswoche umzustellen. Hoffen wir, dass dies eine besondere Modeerscheinung ist, die auch bei uns ankommt!
 

 

 

5. Wertschätzung

Sich nicht wertgeschätzt zu fühlen, ist einer der Hauptgründe, warum Menschen ihren Job kündigen. Denn fehlende Wertschätzung ist sowohl demoralisierend als auch frustrierend. Das Gefühl, bei der Arbeit nicht geschätzt zu werden, zeigt sich auf viele Arten: Dein/e Vorgesetzte/r achtet nicht auf dich, du wirst nicht nach deinem Wert bezahlt, oder erhältst keine Anerkennung für die Arbeit (schlimmer noch, jemand anderes heimst die Anerkennung für deine Ideen ein).

Manchmal ist es so, dass Arbeitgeber sich wirklich nicht um ihre Mitarbeiter*innen kümmern. Manchmal sind die Leute aber auch nur so beschäftigt, dass sie nicht bemerkt haben, dass sie dich vernachlässigt haben. Wenn du dich nicht geschätzt fühlst, sprich direkt mit deinem Vorgesetzten oder dem Personalabteilungsteam darüber und bitte um regelmäßige, halbjährliche Überprüfungen, um zu besprechen, wie du dich in deiner Rolle und im Unternehmen weiterentwickelst.

 

Freundlichkeit zahlt sich aus: sei nett zu Kolleg*innen und schaffe einen glücklichen Arbeitsplatz

 

Bereite dich gut auf dein Meeting vor und erstelle eine Liste mit den Themen, die du besprechen möchten, sowie all deinen jüngsten Erfolgen (um die Erinnerung deiner/s Vorgesetzten an deine fantastische Arbeit zu wecken). Das gilt natürlich insbesondere dann, wenn du eine Gehaltserhöhung forderst. Erörtere nicht nur deine Stärken, sondern arbeite auch Bereiche heraus, in denen du dich weiterentwickeln kannst.

 

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Freundlichkeit zählt sich auch: Sei nett zu Kolleg*innen und sorge für ein glückliches Arbeitsumfeld
 

 

Wenn du der Meinung bist, dass mehr Freiheit und Flexibilität dir helfen könnte, ein glückliches Arbeitsumfeld zu finden, wende dich an deinen Arbeitgeber, um zu erfahren, was er von Flexi-Work hält.

 

Während du auf deine Chance wartest, zu glänzen, kannst du damit beginnen deine Wertschätzung für deine Kolleg*innen zu zeigen. Vielleicht geht es ihnen ähnlich und sie fragen sich möglicherweise auch, wie sie bei der Arbeit glücklich sein können. Wenn jemand mit gutem Beispiel voran geht, wird damit ein positiveres Arbeitsklima und ein glücklicherer Arbeitsplatz geschaffen, an dem sich die Menschen geschätzt fühlen. Die Verbindung zwischen Altruismus und Glück ist gut dokumentiert. Studien zeigen, dass großzügiges Schenken das persönliche Glück erhöht. Dazu zählt auch das Geben von immateriellen Dingen wie unserer Zeit oder die Wertschätzung für andere.

 


 

6. Belastbarkeit

Stress und Unsicherheit können am Arbeitsplatz nicht vollständig vermieden werden. Das Beste, was du tun kannst, ist, stärker zu werden, um mit Rückschlägen bei der Arbeit fertig zu werden. Mit anderen Worten: kultiviere deine Widerstandsfähigkeit. Das bedeutet nicht, dass du dich damit abfinden musst, was du nicht magst. Denn das könnte dazu führen, dass du dich dadurch nur noch mehr zurückgezogen fühlst. Vielmehr liegt der Schlüssel im Erfolg darin, deine Denkweise zu ändern.

 

Konzentriere dich darauf, anpassungsfähig zu sein, und beginne mit Übungen wie Meditation und Achtsamkeit. Sie helfen dabei, eine flexiblere Denkweise zu entwickeln - und Flexibilität ist die Grundlage für Belastbarkeit. Jede Stressbewältigungstechnik trägt dazu bei, die Widerstandsfähigkeit zu stärken. Du behältst die Kontrolle, anstatt Stressfaktoren am Arbeitsplatz die Stimmung übernehmen zu lassen. Du kannst auch in Aktivitäten investieren, die dein Inneres stärken, egal ob du einen Urlaub oder Yoga machst oder ein kreatives Hobby betreibst.
 

 

Wie man bei der Arbeit glücklich ist: Zusammenfassung

Wenn du dir die Zeit nimmst, diese sechs Schritte umzusetzen, die einige der vielen Bausteine des Glücks sind, kannst du bei der Arbeit glücklich werden. Nimm dir die Zeit, um an Sinn, Engagement, Freundlichkeit, Flexibilität, Wertschätzung und Belastbarkeit zu arbeiten, und deine Bemühungen werden sich auszahlen: Glück im Job wird sich auch in anderen Aspekten deines Lebens widerspiegeln. ●

Main image: shutterstock/Pressmaster

 

 

 

Geschrieben von Dee Marques

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Dee ist Absolventin der Sozialwissenschaften, hat großes Interesse an Sprachen, Kommunikations- und Persönlichkeitsentwicklung. Sie liebt es zu trainieren, in der Natur zu sein und warme und sonnige Orte zu entdecken, an denen sie vor dem Winter fliehen kann. 

 

 

 


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