Sind die Feiertage erst einmal vorbei, setzen für viele von uns der Januar-Blues und die Neujahrsdepression ein. Die gute Nachricht: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sie zu umgehen. Dee Marques teilt ihre sieben Wege: Von der Urlaubsplanung über Winteraktivitäten bis hin zur Suche nach neuen Hobbys.

Dieser Artikel erschien im Original im englischen happiness Magazin.

 

Der Januar-Blues und der Winter im neuen Jahr können unsere geistige Gesundheit besonders stark belasten. Nach den für die Festtage typischen Exzessen zieht es einige Menschen ganz schön runter, wieder in den Alltag zurückzukehren. Persönlich habe ich diese Zeit des Jahres immer als eine aufgeblähte Version des Montags-Blues betrachtet.

 

Im Januar machen die meisten von uns einen Rückblick und eine Bestandsaufnahme. Bei manchen Bereichen kann das bedeuten, dass die Dinge nicht so gelaufen sind, wie wir es erwartet oder gehofft hatten. Intensives Geschenke kaufen kann dazu geführt haben, dass wir nun ein leeres Bankkonto haben. Vielleicht blicken wir auf die guten Vorsätze der letzten Jahre zurück und stellen fest, dass wir sie nicht halten konnten. Oder wir sind traurig über Erinnerungen an liebe Menschen, die nicht mehr bei uns sind. Darüber hinaus können die Feiertage voller Leckereien, großer Mahlzeiten und erhöhtem Alkoholkonsum dazu führen, dass wir am Ende ein paar Zentimeter oder Kilo mehr an uns haben. Das kann ein negatives Körperbild fördern. Außerdem kann der Besuch von Freunde oder Verwandten auch unsere Energiereserven erschöpfen.

 

Tatsächlich zeigen Untersuchungen, dass der Januar-Blues und die Neujahrsdepression eine Tatsache sind. Es lassen sich auch Verbindungen zwischen einer niedrigen Moral zu dieser Jahreszeit und einer erhöhten Anzahl außerehelicher Affären finden. Außerdem finden 65 Prozent aller Beziehungsenden im Januar statt. Die Anzahl an Suiziden erreicht am Neujahrstag ihren höchsten Stand und dadurch gilt dieser als der tödlichste Tag des Jahres.

 

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Der Januar-Blues und die Neujahrsdepression sind so weit verbreitet, dass der Begriff "Blauer Montag" geprägt wurde. Dies bezieht sich auf den deprimierendsten Tag des Jahres und wird nach einer Formel berechnet, die drei Faktoren berücksichtigt: Wetter, Motivation und Verschuldung. In diesem Jahr wird der Blaue Montag der 20. Januar sein. In Vorbereitung auf diesen gefürchteten Tag und auch für die Zeit darüber hinaus findest du hier sieben wissenschaftlich geprüfte Ideen, um besser mit dem Januar-Blues umgehen zu können.

 

 

1. Mach einen Ausflug

Eine kleine oder größere Reise kann deine Stimmung verbessern und dir dabei helfen, den Januar-Blues und die Neujahrsdepression zu überwinden. Insbesondere, wenn es dabei an einen sonnigen Ort geht. Das liegt daran, dass unser Körper Vitamin D aus Sonnenlicht erzeugt und dieses Vitamin direkt mit unserer Stimmung zusammenhängt. Du musst keine lange Reise unternehmen – auch ein Wochenendausflug kann etwas bewirken. Aber was ist, wenn die Finanzen nach der Ferienzeit etwas knapp sind und man es sich gerade nicht leisten kann? Interessanterweise kann schon alleine die Tatsache, eine Reise zu planen oder zu recherchieren, deine Stimmung verbessern. Studien haben herausgefunden, dass die Vorfreude auf eine Reise als Stimmungsaufheller wirkt, da sie uns mit Freude auf die kommenden guten Dinge erfüllt.


 

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2. Stürze dich in Winteraktivitäten

Körperliche Aktivität fördert nachweislich die Stimmung und hilft dabei, Depressionen abzuwehren. Und obwohl draußen Sport machen wahrscheinlich das letzte ist, was du zu dieser Jahreszeit tun möchtest, lohnt es sich wirklich sehr. Die Vorteile sind so groß, dass du, sobald du einmal angefangen hast, sehr wahrscheinlich weitermachen willst. Jüngste Studien behaupten, dass sowohl kurze Trainingseinheiten mit hoher Intensität als auch längere Trainingseinheiten mit niedriger Intensität den Blues wirksam in Schach halten. Und die Saison selbst bietet die Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren. Seien es Aktivitäten im Schnee, wie Skifahren oder Schneeschuhwandern, Spaziergänge in der Natur oder Eislaufen. Und falls du dich nicht danach fühlst, der Kälte zu trotzen gibt es dennoch Optionen: Saunen, Dampfbäder und Yoga sind alle hervorragend, um sich wohlzufühlen.


 

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Spaß im Schnee: Pack dich warm ein und stapf deinen Kopf frei shutterstock/Nik Hoberg


 

3. Finde spaßige Beschäftigungen mit Freunden

Durch das trübe Januarwetter und dem Loch im Geldbeutel kann es sehr verlockend sein, drinnen zu bleiben und rumzuhängen. Aber anstatt dem nachzugeben, lohnt es sich, nach Wegen zu suchen, um aktiv und gesellig zu bleiben. Zum Beispiel können kollektive Pläne oder Vorsätze dazu beitragen, verantwortlich und motiviert zu bleiben, was wiederum widerstandsfähig gegen Neujahrsdepressionen macht. Und es gibt jede Menge Aktivitäten, die du zusammen mit anderen unternehmen kannst, ohne viel Geld auszugeben. Du kannst dich beispielsweise bei einem Freund zuhause treffen und neue Tanzschritte via YouTube lernen. Ihr könnt gesunde und budget-schonenende Kochwettbewerbe veranstalten, dein Kleiderschrank ausmisten und mit Freunden einen Kleidertausch organisieren, oder es mal mit Geocaching versuchen.

 

 

"Tatsächlich zeigen Untersuchungen, dass der Januar-Blues und die Neujahrsdepression eine Tatsache sind. Die Anzahl an Suiziden erreicht am Neujahrstag ihren höchsten Stand und dadurch gilt dieser als der tödlichste Tag des Jahres."

 

 

4. Lass die guten Vorsätze sein und fang lieber ein Hobby an

Neujahrsvorsätze können ein zweischneidiges Schwert sein: Einerseits können sie uns motivieren, aber da nur 8% der Menschen ihre Vorsätze befolgen, fühlen wir uns oft schlecht, wenn wir sie nicht erreichen. Um den Druck abzubauen und dennoch auf etwas Sinnvolles hinzuarbeiten, solltest du ein neues Hobby aufnehmen und dir nur einen Monat dafür vornehmen. Die Idee ist, etwas zu finden, dass dich inspiriert und durch den Januar führt. Und wenn es dir wirklich großen Spaß macht, kannst du es für den Rest des Jahres fortsetzen.

 

 

5. Gut essen

Wenn es um unsere Ernährung geht, sind Weihnachten und Neujahr in der Regel gleichbedeutend mit einem Überangebot und Exzess. Viele lieben Stollen, Lebkuchen und andere kohlenhydratreiche und zuckerreiche Leckereien. Aber ein übermäßiges Essen dieser Lebensmittel kann zu wenig Energie und einer für den Januar-Blues und die Depression typischen dunklen Stimmung führen. Um dem entgegenzuwirken, solltest du bei jeder Mahlzeit eines der guten Laune Lebensmittel zu dir nehmen. Insbesondere Vollwertkost und Lebensmittel, die reich an Omega-3-Ölen sind. Denn einige Studien gehen davon aus, dass sie bei der Bekämpfung von Pessimismus und Traurigkeit helfen können.


 

6. Aufwärmen

Unterschätze niemals die heilende Wirkung von Wärme, besonders in den kältesten Monaten des Jahres. Tatsächlich werden unser Körper durch Wärme getröstet - deshalb suchen wir die Sonne oder finden so viel Freude an unserer Lieblingstasse Tee, Kaffee oder Kakao. Wenn dich Januar-Blues und Neujahrsdepression runter ziehen, nimm dir Zeit für ein warmes Bad. Das funktioniert noch besser, wenn du wärmende ätherische Öle wie Rosmarin, Ingwer oder Kardamom hinzufügst. Laut Forschern kann uns schon das Berühren von etwas Warmem einen kleinen Boost geben!

 

 

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Wärme von innen: Eine Tasse heiße Schokolade oder ein wärmender Tee gibt neue Lebensfreude shutterstock/igorstevanovic

 

 

7. Lass dich auf SAD untersuchen

Wenn du echte Schwierigkeiten hast, eine positive Einstellung zu bewahren, oder wenn deine Gesundheit jedes Mal den Bach runter geht, wenn der Januar kommt, leidest du möglicherweise an einer saisonal-affektiven Störung (auch SAD von Seasonal Affective Disorder). Dieser Zustand betrifft 10 Millionen Menschen in den USA und 1 von 3 in Großbritannien. Zu den Symptomen gehören Reizbarkeit, geringes Selbstwertgefühl, hoher Stress, Lethargie und der Verlust des Interesses an Dingen, die wir normalerweise als angenehm empfinden.

Es ist wichtig, dass du mit deinem Arzt sprichst, wenn du vermutest, dass du an SAD leidest. Bei einigen Menschen kann dies nämlich zu depressiven Symptomen führen. Du solltest wissen, dass eine Behandlung möglich ist und dass du diese Art von Januar-Blues oder Winterdepression nicht zulassen musst. Dein Arzt wird dir möglicherweise Vitamin D-Präparate und die Verwendung einer Lichttherapie-Box empfehlen, oder dass du dich so oft wie möglich der Sonneneinstrahlung im Freien aussetzen solltest. In manchen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein.

 

 

Fazit: Du kannst den Januar-Blues besiegen

Lass dir diesen Winter nicht die Stimmung und dein Wohlbefinden verderben! Probiere die Vorschläge aus diesem Artikel, um den Verlauf und die Symptome der Neujahrsdepression zu verhindern. Wenn du trotz aller Bemühungen Schwierigkeiten hast, such dir Hilfe. Du bist damit nicht alleine und jeder Schritt, den du unternimmst, ist eine lohnende Investition in deine allgemeine körperliche und geistige Gesundheit. ●


Main image: shutterstock/Marjan Apostolovic

 

 

Geschrieben von Dee Marques

dee.jpgAbsolventin der Sozialwissenschaften mit einem starken Interesse an Sprachen, Kommunikation und persönlichen Entwicklungsstrategien. Dee liebt es zu trainieren, draußen in der Natur zu sein und warme und sonnige Orte zu entdecken, an denen sie dem Winter entfliehen kann.

 


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