Die weltweite Verbreitung des Coronavirus wirkt sich negativ auf unser Stress- und Angstniveau aus. Zum "Stress Awareness Month" April, zeigt dir Dee Marques 11 wissenschaftlich fundierte Möglichkeiten, wie du Stress reduzieren kannst.

Der Artikel erschien im Original im englischen happiness Magazin.


Stress ist eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen der heutigen Zeit. Während eine geringe Menge von positivem Stress gut für uns sein kann, besteht die Gefahr, dass anhaltender chronischer Stress ernsthaften Gesundheitsproblemen führen oder diese verschlimmern kann. Da der Coronavirus derzeit auch die Gesundheit und das Wohlbefinden der Welt testet, merken viele von uns ein erhöhtes Stress- und Angstniveau.


Seit 1992 ist der April in den USA der Monat des Stressbewusstseins. In diesem Jahr ist klar, dass die Notwendigkeit an einem Bewusstsein über Stress so groß wie nie zuvor ist. In Amerika geben mehr als 55 Prozent der Menschen an, sich tagsüber gestresst zu fühlen - eine Zahl, die weit über dem globalen Durchschnitt liegt (35 Prozent). In Deutschland fühlen sich sechs von zehn Menschen beruflich oder privat gelegentlich gestresst, 23 Prozent sogar häufig.


In der Tat ist Stress nicht „nur Stress“, da er sowohl unsere geistige als auch unsere körperliche Gesundheit beeinflusst. Studien zeigen einen engen Zusammenhang zwischen Stress und psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzuständen. Andere Nebenwirkungen von nicht verarbeiteten Stress sind Wut, geringes Selbstwertgefühl, Einsamkeit und ein schlechteres Gedächtnis. In Bezug auf die möglichen Auswirkungen auf den Körper kann Stress alles verursachen: Von Kopfschmerzen über Verdauungsstörungen von Schlaflosigkeit, Haut- und Haarprobleme bis hin zu erhöhten Chancen, Herzerkrankungen zu entwickeln.

 

11 Möglichkeiten, sich schnell stressfrei zu fühlen

Da Stress so weit verbreitet scheint, fragst du dich vielleicht, ob es überhaupt möglich ist, stressfrei zu werden? Komplett stressfrei zu sein, ist ziemlich schwer zu erreichen Aber es gibt definitiv Dinge, die du tun kannst, um deinen Stress abzubauen. Die wichtigsten erfordern weder viel Zeit noch Geld. Hier sind 11 Ideen, mit denen du versuchen kannst, Stress abzubauen und die Vorteile schnell zu spüren.

 

1. Die Kraft der Zimmerpflanzen

Einer der ersten Schritte, die du in Angriff nehmen kannst, ist die Schaffung einer stressfreien Umgebung. Das ist nicht immer in großem Maßstab möglich, aber es gibt kleine Dinge, die du in deinem Zuhause und in deinem persönlichen Arbeitsbereich tun kannst. Zimmerpflanzen, so bescheiden sie auch erscheinen mögen, sind in letzter Zeit aus gutem Grund immer beliebter geworden - sie können deine Fähigkeit, mit Stress umzugehen, enorm steigern.

In einer japanischen Studie wurden die Gefühle, die durch das Umpflanzen einer Pflanze entstehen, mit denen am Computer verglichen. Das Ergebnis zeigte, dass die Gruppe, die an einem Computer arbeitete, einen höheren Blutdruck hatte, während sich diejenigen, die mit Pflanzen interagierten, ruhig und beruhigt fühlten. In der Tat kann das Umsorgen von Zimmerpflanzen zu deiner häuslichen Umgebung einen großen Unterschied machen.



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Pflanzen können den Blutdruck senken und Stress reduzieren Shutterstock / Amilao

 

2. Atemtechniken

Unser Körper reagiert auf Stress mit einem sogenannten Overdrive. Studien bestätigen einen Zusammenhang zwischen langsamer kontrollierter Atmung und dem Nervensystem: Tiefes Atmen erinnert das Gehirn daran, dass es Zeit ist, sich zu beruhigen. Das Gehirn sendet daraufhin dieselbe Botschaft an den Körper, um die Herzfrequenz zu stabilisieren und Verspannungen in den Muskeln zu lösen.

Wenn du mit den Vorteilen einer kontrollierten Atmung nicht vertraut bist, kannst du mit deine Angstzustände mit verschiedenenTechniken kontrollieren und dich stressfrei fühlen. Einige Techniken stellen wir in diesem Artikel über mehr Achtsamkeit im Alltag vor.

 

3. Körperliche Aktivität

Bewegung verursacht einen Anstieg der Endorphine, einer Form von Glückshormonen. Um einen stressfreien Zustand zu erreichen, ist regelmäßige Bewegung und Sport wichtig. Die Art und Häufigkeit des Trainings hängt von dir persönlich und deinem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Als Richtlinie ergab eine medizinische Studie aus Finnland, dass moderates Aerobic-Training am besten für einen höheren Endorphinspiegel geeignet ist. Zu den Formen mäßig anstrengender Übungen zählen Radfahren, flottes Gehen, Tanzen und Wassergymnastik. Als Auswirkung von COVID-19 können wir das meiste davon derzeit nicht tun. Aber auch in der eigenen Wohnung, im Haus oder Garten gibt es Möglichkeiten der Bewegung, um die Stimmung und geistige Gesundheit positiv zu beeinflussen.

 

4. Körperliche Entspannung

Um schnell stressfrei zu werden, ist es besonders effektiv, zu den oben genanten Punkten eine Mischung aus stimmungshebenden Übungen und beruhigenden Entspannungstechniken hinzuzufügen. Entspannungstechniken wie Tai Chi, Meditation, Yoga oder Achtsamkeit werden seit Jahrhunderten praktiziert. Das bewusste Entspannen deines Körpers oder Teilen davon, kann deine Herzfrequenz verlangsamen und den Stresshormonspiegel senken. Es stärkt außerdem das Vertrauen in dich selbst, mit Problemen umzugehen. Einige Techniken, die du ausprobieren kannst, sind progressive Muskelentspannung, Massagetherapie, Qi Gong und Ashtanga Yoga.


 

5. Experimentiere mit ätherischen Ölen

Aromatherapie gibt es schon seit Tausenden von Jahren. Schon im alten Ägypten waren sich die Menschen der Kraft aromatischer Kräuter und ihrer Rolle für das Wohlbefinden bewusst. Die Organe, die für unseren Geruchssinn verantwortlich sind, sind direkt mit den Teilen des Gehirns verbunden, die mit Emotionen verknpüpft sind. Daher kann die Exposition gegenüber bestimmten Gerüchen die Stimmung positiv beeinflussen und zur Verringerung von Angstzuständen beitragen.

 

 

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Aromatherapie: Schnüffeln, um Stress abzubauen Shutterstock / Madeleine Steinbach

 

 

6. Stell dir eine stressfreie Playlist zusammen

Wir beginnen erst zu verstehen, welchen starken Einfluss Musik hat und inwieweit sie Stress abbaut. Wenn, wie der Dramatiker William Congreve aus dem 17. Jahrhundert sagte, „Musik Reize hat, um ein wildes Tier zu beruhigen“, kann sie uns doch sicher auch helfen, einen stressfreien Zustand zu erreichen, oder nicht?


Eine Studie verglich das Stressniveau bei chirurgischen Patienten, die vor einer Operation Musik hörten mit dem von Patienten ohne musikalische Vorbereitung. Das Ergebnis war, dass diejenigen, die Musik hörten, einen niedrigeren Blutdruck hatten und sich weniger ängstlich fühlten. Einige Klänge und Rhythmen können effektiver sein als andere.

 

7. Nichts tun

Sich von Aufgaben oder Verantwortlichkeiten überfordert zu fühlen, ist eine der häufigsten Ursachen für Stress. Manchmal ist die beste Antwort, alles auf Eis zu legen und nichts weiter zu tun, als auf sich selbst aufzupassen: etwas, das viele von uns während der COVID-19-Pandemie tun.

Wenn es keine Option ist, nichts zu tun, solltest du weniger tun oder Dinge langsam und achtsam tun. Achtsamkeit gibt dir die Möglichkeit, langsamer zu werden, dich zu konzentrieren und dich deiner Reaktionen bewusster zu werden. Achtsamkeit wurde auch mit einer geringeren Aktivität in der Amygdala in Verbindung gebracht, dem Teil des Gehirns, der Angst- und Stressreaktionen auslöst.

 

8. Visualisierungstechniken

Visualisierungstechniken können beruhigend wirken, wenn der Stress zu groß wird. Tauch in eine Szene ein, die dich glücklich und entspannt macht, und rufe dir jeden sensorischen Aspekt der Szene ins Gedächtnis, von den Gerüchen über die Sehenswürdigkeiten bis hin zu den Geräuschen. Indem du dich auf das sensorische Erlebnis als Ganzes konzentrieren, lenk deine Aufmerksamkeit von Stressquellen weg. Sobald dies geschieht, signalisiert dein Gehirn deinem Körper auch, sich zu entspannen.

Forscher haben herausgefunden, dass Visualisierung (auch bezeichnet als "geführte Bilder") die Stimmung verbessern und depressive Symptome bei Multiple-Sklerose-Patienten verbessern kann, so dass sie sicherlich auch im Alltag einen positiven Effekt haben können.

 

9. Teile deine Sorgen

Geteilte Sorgen sind halbe Sorgen. Zögere nicht, mit jemandem in deiner Nähe zu sprechen, wenn Stress überhand nimmt. Das Teilen deiner Sorgen kann ein Gefühl der Erleichterung hervorrufen. Wissenschaftliche Erkenntnisse unterstützen diese Annahme. So ergab eine Studie, dass die Offenlegung von Sorgen- und Angstgefühlen gegenüber sympathischen Personen das Stresshormon Cortisol reduziert. Manchmal ist es einfach, die Sorgen mit einer fremden Person zu besprechen. Die Gesprächstherapie ist wirksam beim Stressabbau, sei es persönlich oder telefonisch.



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Sprechen ist ein Weg, um Stress zu reduzieren. Shutterstock / Monkey Business Images

 

10. B-Vitamine zur Unterstützung gegen Stress

Wusstest du, dass bestimmte Vitaminmängel zu einem erhöhten Stressgefühl führen können? Eine stressfreie Ernährung sollte besonders reich an Vitamin-B-Komplexen sein. Einige Forscher teilen die Annahme, dass diese Vitamine Homocystein senken können. Homocystein ist eine Aminosäure, die in Stresssituationen ansteigt.


Es ist daher eine gute Idee, deinen Speiseplan zu überarbeiten, um sicherzustellen, dass er gute Mengen an Vitamin B-reichen Lebensmitteln wie Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, dunklem Blattgemüse, Samen und Nüssen enthält. Wenn du dies zur Gewohnheit machst, kannst du deine Stimmung verbessern und die durch Stress verursachte geistige Müdigkeit verringern.
 

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11. Ehre dein wahres Selbst

Manchmal ist Stress ein Ergebnis interner Konflikte. Es gibt Situationen, in denen wir uns entscheiden müssen: Wollen wir das tun, was wir in unseren Herzen als richtig empfinden? Oder tun wir etwas, um anderen zu gefallen und stellen unsere Grundwerte hinten an? Wir alle haben bestimmte Werte, die unser Leben bestimmen. Nimm dir etwas Zeit, um dich daran zu erinnern, welche für dich am wichtigsten sind. Einer der Schritte, um stressfrei zu sein, besteht darin, Spannungen oder Diskrepanzen zwischen deiner privaten Person und deiner öffentlichen Person zu beseitigen. Diese Ausnahmezeit ist deine Gelegenheit, genau das zu tun und sich besser zu fühlen.

 

Fazit

Lass in diesen Zeiten nicht zu, dass Stress und steigende Angstzustände dein Glück beeinträchtigen. Obwohl wir alle stressige Situationen erleben, gibt es bis keinen Grund, uns davon überwältigen zu lassen. Wir verfügen über Werkzeuge, um unser inneres Selbst zu stärken und schnell stressfrei zu werden. Lasst sie uns anwenden! Warum also nicht den Stress Awareness Month nutzen und das Bewusstsein für Stress in einen stressfreien Alltag nutzen?

Hauptbild: Shutterstock / Baranq

 

Geschrieben von Dee Marques

dee.jpgDee hat einen sozialwissenschaftlichen Abschluss, den sie mit großem Interesse an Sprachen, Kommunikation und Strategien verknüpft. Sie liebt es, zu trainieren, draußen in der Natur zu sein und warme und sonnige Orte zu entdecken, an denen sie dem Winter entkommen kann.


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