Das Wort »Journaling« geistert immer öfter durch die Medien und findet begeisterte Anhänger, aber was ist das überhaupt genau? So facettenreich und vielseitig die deutsche Sprache ist, wir haben kein Wort, das »Journaling« wirklich ersetzen könnte, denn dieses wundervolle Wort enthält eine Nuance, die in der deutschen Sprache fehlt.

Journaling ist so etwas wie »Tagebuchschreiben für Erwachsene«, denn es hat viel mit dem Führen eines Tagebuchs gemeinsam, geht aber weit über die Liebeskummerprosa von Teenagern hinaus. Journaling ist eine kreative Schreibtherapie, die dir hilft, Ziele zu erreichen, ausgeglichener zu werden und das Glück bei den Hörnern zu packen. Wir erklären dir, wie es geht! Leben mit einem Notizbuch: Wieso macht Schreiben glücklich? 

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„Wenn du kleine Details deines Alltags dokumentierst, feierst du mit jedem Mal dein Leben.“ Carolyn Hamilton

Fast jeder hat schon einmal damit angefangen, ein Tagebuch zu schreiben. Besonders junge Mädchen sind berühmt dafür, dass sie ein Tagebuch anlegen und sich ganz fest vornehmen, jeden Abend zu notieren, was der Tag gebracht hat. Aber nachdem dritten oder vierten »Liebes Tagebuch, … «-Eintrag bleibt die Motivation auf der Strecke. Andere Dinge werden wichtiger und das war es dann mit den selbst verfassten Memoiren.

Aber wieso fällt es uns oft so schwer, das Führen eines Tagebuchs durchzuhalten? Hier kommt wieder der Unterschied zwischen einem Tagebuch und einem lebendigen, selbst reflektierten Journal ins Spiel. Wer nur Daten, Fakten und Orte notiert, bekommt schnell das Gefühl, eine sinnlose Hausaufgabe erledigen zu müssen. Es fehlt die so wichtige intrinsische Motivation, die uns immer wieder beflügelt. 
 

Kunstvolle Notizbücher, die für echtes Journaling verwendet werden, fühlen sich nicht an wie Hausaufgaben, sie werden schnell zu unverzichtbaren Begleitern. Denn Journaling umfasst Selbstreflexion und Kreativität. Es geht nicht um äußere Ereignisse, sondern um unsere Gefühle, unsere Wahrnehmung, unser Erleben des Alltags. Dadurch wird das Notizbuch in unserer Tasche zum besten Freund, zum treuen Zuhörer, zu einem Ort der Stille und Besinnung. Durch Journaling zelebrieren wir unser eigenes Leben als etwas Kostbares und Einzigartiges, als einen spannenden Roman, in dem wir die Hauptfigur sind – und da kann das Notizbuch, das wir uns gönnen, natürlich gar nicht schön genug sein, denn es ist ja das Set zu unserem Film.

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Tagebuch und Kalender in einem: Ein kunstvoller Begleiter

Der heilende Effekt des Journalings 

Das eigene Leben in einem Notizbuch zu dokumentieren, hilft uns: 

  • Uns selbst besser kennenzulernen. Wir können unsere Gedanken und Gefühle in eine klare Ordnung bringen, wenn wir sie aufschreiben.
  • Schreiben bringt uns dazu, unsere Gefühle besser wahrzunehmen. Wer regelmäßig in sich selbst hineinhorcht, kann klarere Gedanken fassen und neue Ziele entwickeln.
  • Wer schreibt, sortiert seinen Geist. Denn an dem, was wir uns notieren, erkennen wir unseren eigenen Fokus – ein Notizbuch gibt uns auch im größten Gefühlschaos die Möglichkeit, herauszufinden, was wir wirklich wichtig finden. Denn nur, was uns wichtig erscheint, formulieren wir auch in Schriftform.
  • Selbstreflektiertes Schreiben hat eine meditative Wirkung. Was wir einmal reflektiert und aufgeschrieben haben, können wir getrost der Vergangenheit übergeben. So bekommen wir einen freien Kopf, können Altlasten abstreifen und sind wieder offen für neue Impulse und Ideen – vor allem für Glück ohne alte Blockaden.
  • Konflikte mit unseren Mitmenschen werden im Eifer des Gefechts oft schlimmer, nicht besser. Wer sich aber die Zeit gönnt, erst einmal den Rückzug anzutreten, ganz bei sich anzukommen und die eigenen Bedürfnisse aufzuschreiben, der findet auch leichter konstruktive Lösungen, um Meinungsverschiedenheiten konstruktiv auszutragen.

All diese heilenden Effekte führen dazu, dass Journaling den Blick auf das eigene Leben und die Welt positiv verändert. Ganz besonders Menschen, die sich darauf konzentrieren, in ihrem Buch Dankbarkeit für die schönen Erlebnisse festzuhalten, sind ausgeglichener, zufriedener und auch weniger anfällig für Neid. Denn wer die Geschenke des eigenen Lebens zu schätzen weiß, muss andere nicht um ihr Glück beneiden. 

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Die Welt mit positiven Augen sehen - durch einen Stift kann man das lernen

 

Kreative Möglichkeiten des heilsamen Schreibens  

Verschiedene Studien haben längst belegt, dass selbst reflektiertes Schreiben eine Möglichkeit zur Persönlichkeitsentwicklung ist, die einen nachweislichen therapeutischen Effekt hat. Doch gibt es eine bestimmte Technik, die den Effekt unterstützt? Wichtig ist die Regelmäßigkeit, denn nur so geht uns die wertschätzende Reflexion unserer eigenen Gedanken und Gefühle in Fleisch und Blut über. Wie du dein Buch füllst, bleibt aber deiner Kreativität überlassen, denn es gibt verschiedene bewährte Methoden! 

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Wertschätzung der eigenen Gedanken, Gefühle, Sorgen, Ängste und Träume

 

Die Zehn-Minuten-Routine 

Diese Methode ist vielleicht der einfachste Weg, um mit dem Journaling zu beginnen. Jeder kann schließlich zehn Minuten am Tag für sich selbst reservieren! Besonders effektiv wird die Zehn-Minuten-Routine, wenn du dir abends Fragen aufschreibst, die dich beschäftigen. Was willst du erreichen? Welche Ziele würden dir Glück bringen? Schlaf über deine Fragen, denn der Morgen ist bekanntlich klüger als der Abend. Notiere dann am Morgen die Antworten auf deine Fragen, denn über Nacht laufen im Gehirn viele kreative Prozesse ab, sodass wir morgens viele Dinge klarer sehen. Diese Methode ist besonders wirksam, wenn du Klarheit über Lebensziele erlangen und deinen eigenen Visionen näherkommen willst. 


 

Der Strom des Bewusstseins 

Der irische Schriftsteller James Joyce war ein überzeugter Anhänger dieser Schreibtechnik und ist damit weltberühmt geworden. Beim »stream of consciousness« lernst du, die Selbstzensur auszuschalten und deine Ideen und Gedanken einfach hemmungslos fließen zu lassen. Mach dir Notizen, wann immer es dir in den Sinn kommt, kritzle kleine Zeichnungen in dein Buch, halte die Erinnerungen in dem Moment fest, wo sie auftauchen. Es gibt kein richtig oder falsch, keinen »Sinn«. Lass deine Gedanken einfach fließen. So wird das Notizbuch zu einem Anker deines Unterbewusstseins und schenkt dir völlig neue Erkenntnisse. 

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In den Schreibfluss kommen - die tägliche Übung hilft

 

Die Morgen-Memoiren 

Wenn du ein Gewohnheitsmensch bist, wird diese Methode des heilsamen Schreibens schnell zu einem geliebten Ritual. Setz dich mit einem vertrauten Buch jeden Morgen an denselben Platz, schreib mit demselben Füller, mach das Schreiben zu einem Teil deiner Morgenroutine – und zwar, bevor die Hektik des Tages dich überrollt. Morgens ist das Bewusstsein noch nicht von anderen Eindrücken überlagert. Du bist also ganz bei dir selbst. Schreib auf, was dir durch den Sinn geht und nimm dir auch die Zeit, über Veränderungen zu reflektieren! 

 

Das Buch der Dankbarkeit 

Diese Methode eignet sich hervorragend für Menschen, die Schwierigkeiten damit haben, die positiven Dinge in ihrem Leben wertzuschätzen. Natürlich leben wir in einer Leistungsgesellschaft, die den Fokus auf Ziele legt. Wer aber immer nur Ziele zu erreichen versucht, lebt nicht im Augenblick. Ein Buch der Dankbarkeit hält uns in der Gegenwart und verdeutlicht uns, was wir alles schon erreicht haben. Nimm dir einfach mehrmals in der Woche Zeit, eine ruhige Viertelstunde mit Schreiben zu verbringen. Halte die kleinen Dinge fest, die für dich Glück bedeuten. Denk dabei eher an die Menschen in deinem Leben als an Dinge. Wann hat dir jemand ein Lächeln geschenkt, wer hat dir überraschend eine kleine Freude gemacht? Sich bewusst auf Dankbarkeit zu konzentrieren, verändert den Blickwinkel auf die Welt und erfüllt uns mit Optimismus und Tatkraft. Denn über das zu reflektieren, was wir haben, erschafft einen inneren Reichtum, der weitere positive Erlebnisse anzieht. 

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Dankbarkeit kann man erlernen - jeden Tag Kleinigkeiten zu notieren, hilft dabei

Das "Intensive Journal Program" 

Das "Intensive Journal Program" ist eine urheberrechtlich geschützte intensive Methode, die in speziellen Workshops gelehrt wird. Viele professionelle Autoren wie Journalisten oder Blogger nutzen diese Methode, um sich selbst besser kennenzulernen und das eigene Schreiben zu vervollkommnen. Dabei liegt der Fokus auf verschiedenen Dimensionen der menschlichen Erfahrung, die in einzelnen Schritten nach einem bestimmten System durchgearbeitet werden, um tiefe Einsichten zu erlangen und kreative Prozesse in Gang zu setzen. 

 

Ein Wort zu digitalem Journaling 

Natürlich liegt der Gedanke nahe, einfach das Smartphone zu verwenden, um das eigene Leben zu dokumentieren. Schließlich ist es heute selbstverständlich, jedes Erlebnis im Internet zu posten und mit Freunden zu teilen. Diese öffentliche Dokumentation ist aber in der Praxis leider das Gegenteil von selbstreflektierter Persönlichkeitsentwicklung. Denn hier geht es ausschließlich darum, einer gewissen Öffentlichkeit ein möglichst positives Bild des eigenen Lebens zu präsentieren. Wir sind also daran gewöhnt, automatisch eine Selbstzensur vorzunehmen, wenn wir zum Smartphone greifen. Denn im Hinterkopf spielt dabei immer der Gedanke mit, dass wir Ereignisse dokumentieren, um eine Außenwirkung zu erzielen. Beim Journaling geht es aber um die innere Wirkung! Die Intimität eines schönen, kunstvoll gestalteten Notizbuches ist mit einem seelenlosen digitalen Gerät einfach nicht vergleichbar. 

 

Schöne Notizbücher als Ausdruck der Wertschätzung des eigenen Lebens 

Journaling beginnt mit der Auswahl des richtigen Notizbuches. Denn dieses Buch soll schließlich nicht nur ein hübsches Accessoire für den Schreibtisch sein, sondern ein treuer Begleiter durch den Alltag. Zelebriere deinen Einstieg ins selbstreflektierte Schreiben mit einem schönen Geschenk an dein verborgenes Inneres. Die Auswahl an kunstvollen Notizbüchern ist heute so groß, dass du dir Zeit nehmen solltest, ein Buch zu finden, das wirklich zu dir passt. Die Möglichkeiten reichen von einem stilvollen Ledereinband bis zu einer farbenfrohen Stoffbespannung, von liniertem Papier bis zu hochwertigem Künstlerpapier. Wichtig ist, dass es dir leichtfällt, eine emotionale Bindung zu deinem Buch aufzubauen. Denn zwischen den Buchdeckeln wartet dein geheimes Selbst darauf, liebevoll entdeckt zu werden.

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Ist das schon Kunst oder noch ein Tagebuch?

 

 


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